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Westfalen-Blatt vom 24.01.2009
Musizieren mit den Meistern

Leipziger Streichquartett gibt ersten Kursus - am Sonntag Matinee

Von Jürgen Köster
Bad Driburg (WB). Sie unterrichten regelmäßig in Toronto oder Tokio. Seit gestern geben die Musiker des Leipziger Streichquartetts zum ersten Mal einen Meisterkursus in Bad Driburg.
Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff freut sich, dass das Quartett weitere Kurse in Bad Driburg anbietet.
Schnee bedeckt die mächtigen Bäume, die gepflegten Grünflächen und auch den Hölderlin-Hain im Kurpark: Romantik pur beim Blick aus dem Fenster des Tagungsraumes. Aus diesem dringt Musik des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch auf die Flure des Gräflichen Hotels. In diesem musizieren Irene Leidner-Götze aus Bielefeld, Harald Gabbe aus Kiel, Bernd Krakow aus Mannheim und Lothar Jacobsmeyer aus Hamburg gemeinsam mit Ivo Bauer, Viola-Spieler im Leipziger Streichquartett. »Wir lernen rapide«, beschreibt Jacobsmeier den Lernfortschritt des Quartetts am ersten Vormittag des Meisterkurses. Der Hamburger Unternehmer zählt zu den großen Verehrern des Ensembles aus Leipzig, das Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff nach Bad Driburg eingeladen hat. Die Initiative für den ersten Meisterkursus war von den vier Musikern ausgegangen. Sie hatten das Hotel bei einer Veranstaltung im Rahmen der Musik- und Literaturreihe »Wege durch das Land« mit Michael Degen kennen- und schätzen gelernt. »Vorzügliche Hotellerie und niveauvolle Kultur fügen sich hier wunderbar zusammen«, sagte gestern Matthias Moosdorf, der im Quartett Violoncello spielt. Die Musiker hätten schon lange Zeit die Idee in ihren Köpfen gehabt, eine Meisterklasse aufzubauen. Moosdorf: »Hier kann es zu Begegnungen kommen zwischen Jung und Alt, Profi und Hobbymusiker, zwischen denen, die über genügend Geld verfügen und denjenigen, denen es daran eher mangelt, um an einem solchen Kursus teilzunehmen.«
Dies ist auch eines der Prinzipien des Meisterkurses: Häufig sind es Führungskräfte aus Unternehmen oder ehemalige Manager, die in ihrer Jugend eine Instrument zu spielen gelernt haben, heute jedoch nur noch selten Gelegenheit zum Musizieren finden. Sie übernehmen einen Großteil der Kosten für junge Studierende, die so auch in den Genuss eines Meisterkurses kommen können. »Auf diese Weise kümmern wir uns auch um den musikalischen Nachwuchs in Deutschland«, stellte Tilmann Büning (zweite Violine) fest. Künftig soll es nach Wunsch des Leipziger Quartetts einmal im Jahr einen Meisterkursus in Bad Driburg geben. Die vier Musiker unterrichten in solchen Kursen weltweit. Im Mai sind sie in Tokio und bilden drei Wochen lang eine Meisterklasse aus. Seit fünf Jahren sind ihr Wissen und Können bei der Sommerakademie in Toronto gefragt.
»Es ist eine große Ehre und ein schönes Gefühl, diesen hervorragenden Musikern so nahe sein zu können und mit ihnen zu musizieren«, sagten gestern Dr. Friedhelm und Roswitha Zwickler. Das Ehepaar aus Taunusstein bei Wiesbaden zählt ebenfalls schon seit Jahren zu den großen Verehrern des Quartetts.
Was die »Schüler« gelernt haben, wollen sie bei einem Konzert an diesem Samstag um 19 Uhr im Gräflichen Hotel hören lassen. Das exakte Programm stand gestern noch nicht fest. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei.
Ohne Eintritt bezahlen zu müssen können Schüler und Studenten das Leipziger Streichquartett am Sonntag erleben. Die Matinee im Hotel beginnt um 11 Uhr. Zu Gehör gebracht wird Musik von Haydn, Mendelssohn und Beethoven. Ein Lunch-Buffet schließt sich an. Wer für diese Veranstaltung noch Karten benötigt, kann diese unter v 0 52 53 / 95 23 700 bestellen.

Artikel vom 24.01.2009